Sportverein Spandau Aalemann e.V.
 Sportverein Spandau Aalemann e.V.

SV Spandau Aalemann e.V.

Der SV Spandau Aalemann e.V.  wurde 1932 gegründet, ein kleiner geschichtlicher Ablauf ist in der nachstehenden Rubrik "Unsere Geschichte" niedergeschrieben. 

Heute haben wir ein 5,5 ha großes Gelände vom Land Berlin gemietet und vergeben ca. 160 Parzellen in Untermiete an unsere Mitglieder zur Wochenend- und wassersportlichen Nutzung. 

Aktuell sind wir 280 Mitglieder, die in sieben verschiedenen Sportgruppen Freizeit- und Gesundheitssport, aber keinen Leistungssport  betreiben. Jedes neue Mitglied muss sich dauerhaft einer dieser Sportgruppen anschließen.

 

Unsere Sportsparten:

=> Angeln/Casting

=> Bowling

=> Gymnastik

=> Nordic Walking

=> Tischtennis

=> Radfahren und Wandern

=> Yoga

 

Sie sind Besucher

Unsere Geschichte

Die Geschichte unserer "Aalemann-Siedlung" 

erzählt  von Christel Nave-Block, Rosemarie Jähnke-Wilhelm und Gisbert Taubert
Bilder   zur Verfügung gestellt von vielen Mitgliedern

 

1921
Die Geschichte unserer Siedlung beginnt 1921 mit dem Bau des Aalemannkanals, um hier Industrie anzusiedeln. Da es sich aber um die Ausläufer des Teufelsmoores handelte, musste erst einmal Sand aufgeschüttet werden. 
Zuerst fand eine Torfstecherei hier ihren Standort, die aber nach 1945 der Beton- und Steinfirma „Engel und Leonard“ weichen musste. Ein Sägewerk wurde direkt am Kanal gebaut – die Uferbefestigungen und Anleger sind noch immer zu erkennen. Das Holz wurde mit der Industriebahn, mit Lkw`s,  aber auch mit Flößen gebracht, die tagelang, manchmal wochenlang unterwegs  waren.

1932
Der Sportverein SV Spandau Aalemann e.V. wurde 1932 gegründet; dafür musste das Land zunächst urbar gemacht und in Parzellen aufgeteilt werden. Sofort darauf entstanden die ersten Wochenendhäuser. Wurde anfangs das Wasser noch mittels Leiterwagen von einer Pumpe am Ende des Aalemannkanals (heute Bushaltestelle Linie 136) geholt, legten die Siedler schnell in Eigenregie Wasser- und Stromleitungen. Aus Torfklos wurden Spültoiletten. Schon damals wurde viel Sport getrieben. In den 30iger Jahren sah man Männer am Hochreck, Barren, Ringen. Auf der Wiese an der Havel wurde Fußball- und Völkerball gespielt. Es gab sogar Sportakrobatik – alles geleitet von engagierten Mitgliedern der Siedlung.

1945
Aufgrund der schweren Nachkriegsjahre trat der Sport in den Hintergrund. Getrieben vom Hunger standen jetzt Ost- und Gemüseanbau sowie Kleintierhaltung im Vordergrund. Zur Gemeinschaft gehörten zu dieser Zeit viele Hühner, Schafe Ziegen, Enten, und Gänse; ein Siedler unterhielt sogar eine Nutriazucht. Aus den angrenzenden Wäldern gesellten sich zeitweise Rehe, Füchse und Wildschweine dazu. Pferde, die in den Kriegswirren von Soldaten hier zurückgelassen wurden, wurden von einem Siedler, der Fleischermeister war, kurzerhand geschlachtet und auf die Siedlergemeinschaft verteilt.
In diesen Nachkriegsjahren vergrößerte sich die Siedlung; weil viel Berliner Wohnraum durch Bomben zerstört war, wurde es behördlich genehmigt, Lauben und Wochenendhäuser als Wohnung zu nutzen. Eine Baufirma errichtete sogar zwei Musterhäuser auf dem Gelände. So entstanden im Laufe der Zeit 160 Parzellen. 
 Mit der gegenseitigen Hilfe beim Bau der Häuser, dem Organisieren des Baumaterials und dem Anlegen der Gärten wuchs das Gemeinschaftsgefühl – es wurden wieder Feste gefeiert. Kindertanzgruppen entstanden, große Kinderfeste fanden statt (natürlich immer mit „Onkel Pelle“), es gab Kostümfeste, Stiftungsfeste, Weihenachtsfeiern, … Die schöne große Wiese an der Havel und das Gartenlokal „Schönblick“ boten dafür genügend Platz. „Unsere“ Wiese wurde natürlich auch bevölkert von vielen sonnenhungrigen Berlinern, der Badestrand mit Bootssteg und Sprungbrett luden natürlich zum Schwimmen ein. Hier am Badestrand fand sich zeitweilig sogar Prominenz ein: Hans Albers! (Er war befreundet mit dem Maskenbildner des Schillertheaters, der mit seiner Familie auch hier in der Siedlung wohnte.)

1960
In den 60iger Jahren begann der Kampf gegen die Ansiedlung von Industrie auf unserem Vereinsgelände, denn das gesamte Areal war damals als Industriegebiet ausgewiesen und alle Parzellen hatten einen Pachtvertrag mit jährlicher Kündigung. Wir haben uns mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln erfolgreich  dagegen gewehrt.
Dennoch – große Unsicherheiten blieben bestehen; trotzdem wurde mit viel Optimismus der Sport in diesen jahren wieder aktiviert, so dass wir heute mit Stolz sagen können, dass unsere 7 Sportgruppen gern von unseren Mitgliedern angenommen werden: Angeln(Casting), Bowling, Gymnastik, Nordic Walking, Radfahren/Wandern, Tischtennis und Yoga).

1980
 In den 80iger Jahren schien unsere Siedlung erneut bedroht, denn es gab den Flächennutzungsplan (FNP: er stellt eine beabsichtigte städtebauliche Entwicklung einer Gemeinde dar). 1984/85 haben wir aktiv und massiv dagegen demonstriert. Höhepunkt war die Demonstration vor dem Schöneberger Rathaus. Zusammen mit 50.000 Siedlern und Kleingärtnern haben viele unserer Mitglieder die Interessen unseres Vereins vertreten. Wir waren Mitbegründer der „Initiative für einen grünen Flächennutzungsplan“, deren Pressesprecher aus unseren Reihen kam. Wir haben Nussbäume gepflanzt, denn sie waren und sind noch heute besonders schützenswert. Unser Kampf hat sich gelohnt, der FNP wurde geändert und das Vereinsgelände  ist seitdem als Wohnbaugebiet Typ 4 mit landschaftlicher Prägung ausgewiesen: ein großer Erfolg!
Einige Siedler wurden gleich aktiv, sammelten Geld bei allen Nachbarn und ein Kinderspielplatz wurde (direkt neben dem Restaurant „Fährhaus“) geplant. Das Bezirksamt begrüßte und genehmigte die Aktion und tatkräftige Männer aus der Siedlung stellten die Spielgeräte auf.

2005
Wir sind der IG Rust, einer Interessenvertretung der Vereine „Am Rust“ beigetreten.

2007
Das 75jährige Jubiläum wurde 2007 ganz groß mit viel Spandauer Prominenz gefeiert. Im gleichen Jahr erhielten wir endlich den 10jährigen Pachtvertrag mit Option auf eine 5jährige Verlängerung. Unsere Siedlung ist zu jeder Zeit offen für Wanderer und Spaziergänger. Sie liegt an einem neu gestalteten Uferweg zwischen dem Forsthaus an der Bürgerablage und dem Fährhaus am Aalemannkanal. Von hier aus fährt Berlins einzige Autofähre nach Tegelort auf die andere Havelseite.
Zu allen Jahreszeiten trifft man hier Radfahrer, von denen, die ihr Rad voll bepackt haben, weiß man, ihre Fahrt geht Richtung Dänemark, denn unser  Uferweg ist Teil des Radfernweges Berlin-Kopenhagen

2016
Nach längeren Verhandlungen, die wir schon 2013 einleiteten, konnte in  Zusammenarbeit mit den anderen Mitgliedsvereinen der IG Rust ein neuer Mietvertrag für das Vereinsgelände abgeschlossen werden. Dieser Vertrag läuft nun 15 Jahre und verlängert sich dann um jeweils fünf Jahre.

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